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Samstag, 19. Mai 2012

Wallfahrskirche St. Peter und Paul

Die Wallfahrtskirche St. Peter und Paul von Steinhausen wurde bereits zur Zeit ihrer Erbauung als "eine der herrlichsten im ganzen Schwabenlandt" gepriesen. Heute beweisen jedes Jahr tausende von Besuchern, dass ihr Ruhm die Grenzen des Schwabenlandes längst überschritten hat. Steinhausen gilt als ein Meisterwerk des süddeutschen Rokoko, das mit seiner Vitalität, seiner naturhaften Gestaltenfülle und seiner heiter-festlichen Stimmung immer von neuem bezaubert.

Die Gründung der ersten Kapelle lässt sich nicht genau datieren, dürfte aber gegen Ende des 12. oder zu Beginn des 13. Jahrhunderts erfolgt sein. Bereits 1275 wird Steinhausen als Wechselpfarrei mit Muttensweiler erwähnt und 1283 erscheint in den Akten auch der Name der Kapelle "Unser lieben Frau". Die Steinhauser Wallfahrt zählte nie zu den berühmtesten, sondern war mehr von regionaler Bedeutung. Dennoch stieg die Zahl der Pilger an besonderen Festtagen vor allem am Freitag nach Christi Himmelfahrt, dem sogenannten "Dillinger Freitag", auf mehrere tausend.

1727 - 1733 wurde unter Abt Didacus Ströbele vom Kloster Bad Schussenried durch die Gebrüder Dominikus (Architekt und Stuckateur) und Johann Baptist Zimmermann (Freskenmaler) die heute noch "Schönste Dorfkirche der Welt" erbaut.

Die Bedeutung Steinhausens ist groß. Sie wird nicht erfasst, wenn man Steinhausen nur als Vorläufer der Wies-Kirche bezeichnet. Steinhausen ist die erste Kirche ovalen Grundrisses mit Freipfeileranlage. Allein durch Steinhausen wäre Dominikus Zimmermann in die erste Reihe der führenden deutschen Barockbaumeister aufgerückt. Vor Johann Michael Fischer und Balthasar Neumann schuf D. Zimmermann die geniale Verbindung der Freipfeilerhalle mit dem Zentralbau ovaler Prägung. Diese erfolgte in stammlich gebundener Form (voralbergisch-wessobrunnisch). Die Kirche in Steinhausen steht in einer Kraft, die die Wies als Spätwerk klassischer Gestaltung nicht mehr besitzt.